Wenn einen die technischen Schulden übermannen…


Die ungeliebten Außenseiter…

Als KnowHow-Träger zu einem Legacy-System der Firma fühlt man sich nicht sehr gemocht in der agilen Firmen-Umwelt. Die Gedanken über die ganzen technischen Schulden belasten einen selbst.

Als Wissensträger steht man schnell als Besserwisser da. Richtig „Käse“ ist es dann noch, dass man an dieser Rolle nicht viel ändern kann, weil der Newbie, der Controller, der Chef, der externe Experte usw. tatsächlich zum Altsystem so wenig Tatsachen wissen, dass man, selbst wenn man nicht der beste Wissensträger zum Altsystem ist, etwas mehr weiß. Man weiß es wirklich besser.

… und die Retter

Jetzt könnten die anderen das mit Respekt behandeln. Aber hier ist der Knackpunkt bei Kollegen wie Chef-Architekten und externen Experten: Wir kommen raus aus den technischen Schulden, indem ihr unsere Ideen umsetzt. Das der Weg von den technischen Schulden wegen guter Stundensätze in die finanziellen Schulden geht wird nicht gesagt, folgt aber aus den Vertragsdaten.

Das Altsystem hat die gleichen Probleme wie seine „Pfleger“

Und das Legacy-System sorgt eigentlich für eine Mischkalkulation. Das Legacy-System ist so alt geworden, weil es seine Geburt überstanden hat. Das ist auch eine Art Demographie-Problem. Viele Softwarprojekte sterben, bevor Sie ins Arbeitsleben eintreten. Sogar die Kinder vom Legacy-System – von „Papa“ Chef-Architekt und „Erzieher“ externer Experte sind oft verwöhnte Blagen.

Und jetzt ist da dieses alte Legacy-System. Die viel versprechenden Kinder, die von guten Freunden des alten Systems groß gezogen werden, werden wie Stiefkinder behandelt, sogar oft verstoßen. Die Ähnlichkeit zum Alten wahrscheinlich…

Also muss das alte Legacy-System weiter arbeiten, obwohl „die 40 voll und das 63ste“ erreicht ist. Das Arbeiten fällt schwer, aber es reicht um mehr Lohn reinzuholen als die technischen Schulden ausmachen und die verwöhnten Blagen beanspruchen… noch!

Machst Du noch weiter? Der Alte sagt: „Die Knochen tun weh, die Arbeit wird nicht leichter. Aber wie sollen wir über die Runden kommen, wenn ich jetzt in Rente gehe.“

Lean_DUS – Linda Rising im Februar in Düsseldorf


Ich kannte Lean_DUS schon. Ich habe auch erfahren, dass der Autor von Joy Inc. Richard Sheridan dort einen Vortrag gehalten hat. Leider zu spät. Richtig nachgeschaut habe ich trotzdem nicht. Jetzt habe ich endlich einmal die Homepage angesehen:

https://www.leandus.de

Das hat sich gelohnt. Einmal habe ich mich gleich für einen Vortrag von Linda Rising angemeldet, die am 11. Februar 2016 einen Vortrag in Düsseldorf hält. Linda Rising hat sehr beeindruckende Vorträge zum Thema „Agile Mindset“ gehalten (https://www.youtube.com/watch?v=W47rcJowx7k), wobei es weniger um Agilität in der Firma, als viel mehr um die eigene Einstellung zum Lernen, zu Neugierde und dem Mut etwas auszuprobieren, aber auch dem lernen voneinander.

Besonders spannend, wenn man die Vorträge nicht live in Düsseldorf erleben kann. Auf der Website Website von Lean_DUS gibt es Videos von den vergangenen Vorträgen.

Das ist wirklich eine gute Sache.

ABC-Listen


Um seine Gedankenwelt und seine Einstellungen zu begreifen, muss man sie in eine physikalische
Form außerhalb des Gehirns bringen. Verschriftlicht, gemalt, mit dem Diktiergerät aufgenommen, werden die Gedanken tatsächlich physisch ¨begreifbar¨.

Wer also strukturiert, systmatisch, vielleicht sogar kreativ denken möchte, macht nichts verkehrt, wenn er aufzeichnet. Mit den ABC-Listen nach Vera F. Birkenbihl stelle ich heute eine Schriftform vor.

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ABC-Liste zu diesem Beitrag als ein Beispiel

Ich fange mit dem Rezept an: Man nehme ein leeres Blatt Papier, und schreibe das Alphabet von A bis Z. Oben rechts das Datum und als Überschrift das Thema, über das man nachdenken, reflektieren möchte. Anders wie beim Stadt, Land, Fluss wo zu einem Buchstaben die Kategorien gefüllt werden, werden jetzt zu einem Thema Assoziationen mit den passenden Anfangsbuchstaben gesucht und in die Liste eingetragen. Beim Ausfüllen kann man die Einträge so vornehmen, wie sie einem einfallen.

Immer wenn man eine ABC-Liste zu einem Thema ausfüllt, macht man ein Inventur in seinem inneren Archiv. Es ist immer eine Momentaufnahme. Zum lernen ist es hilfreich, regelmäßig Listen zu einem Lernthema zu wiederholen. Durch das assoziieren werden Neuronenbahnen aufgebaut, nach und nach wird einen das Thema vertrauter und die Listen erhalten immer mehr Einträge.

Man kann in Listen mehrere Einträge mit gleichem Anfangsbuchstaben durch Komma getrennt aufnehmen.

ABC-Listen können auch dabei helfen, bei Vorträgen und in Meetings bei der Sache zu bleiben: Wenn man beim zuhören nach Stichworten mit den richtigen Anfangsbuchstaben lauscht, nimmt man den Vortragsinhalt mit auf. In Meetings kann das die ABC-Liste eine gute Abwechslung zum Bullshit-Bingo darstellen. 😉

Wissensinseln


Das Entwicklerteam hat es leicht. Egal wie man arbeitet, früher oder später bekommt jeder eine Vorstellung davon was die Teammitglieder können, welche Stärken und Schwächen es gibt.

Sogar in verteilten Entwicklerteams bekommen die Teammitglieder nach und nach einen Überblick über die Kollegen: Letzlich arbeitet man gemeinsam an einem Produkt oder Projekt und kennt das Gesamtziel.

Wie bekommt man aber bereichsübergreifend einen Überblick über seine Kollegen in der Abteilung? Und was ist, wenn die Abteilung aus Aussendienstlern und Projektmitarbeitern besteht, die mehr als die Hälfte der Arbeitszeit beim Kunden vor Ort sind?

Informationsaustausch zwischen den Mitarbeitern ist ist hier die große Aufgabe. Wissensmanagement.

Man kann sich die Wissensbereiche als Inseln vorstellen, auf denen die Mitarbeiter, mit entsprechendem Wissen aufhalten? Auf einem Blatt Papier kann man das leicht aufmalen. Aber wie sollen die verteilten Kollegen davon profitieren? Wie sollen Sie Ihren „Wohnbereich“ auf den Inseln auf dem Blatt Papier hinzufügen?

Wissensmanagement katalogisiert Wissensinseln, Projektinformationen, Produktinformationen, Mitarbeiterwissen. Aber es gibt keine Landkartendarstellung mit Informationen zu dem Wissen wieder. Die Information steckt in der Datenbank. Kann man hier vielleicht bessere Visualisierungen schaffen?

Selbstreflektion als Selbstretrospektive


Ich finde den Tweet nicht wieder… er ging ungefähr so:

Eine gut moderierte Retro ist ein guter Weg um auf das vergangene Jahr zurückzublicken.

Richtig!

Daher kommen die Überschriften von diesem und vom letzten Blogeintrag.

Aber so ganz einfach ist es nicht: Ich schaue meist um den Jahreswechsel herum schon auf mich selbst. Auf das ganz persönliche, das familiäre, das berufliche. Ich mache diesen Rückblick bewußt für mich allein. Jetzt wird es mit dem gut moderiert natürlich spannend. 😉

Eine Retro im Team dauert 3..4 Stunden. Das geht bei meiner „Selbstretro“ auch nicht. Mein Jahresrückblick entwickelt sich stufenweise in mehreren Tagen.

Außerdem nutze ich Fragetechnik, ABC-Listen und KaWas um nach und nach einen tiefergehenden Überblick zu erhalten.

Selbstreflektion oder Selbstretro ist also sicher vergleichbar mit Team-Retrospektiven. Es gibt aber Unterschiede. Andererseits kann man vielleicht aber auch für sich selbst Retroarten, z.B. „Start, Stop, Continue“, verwenden. Umgekehrt ist vielleicht manchmal sinnvoll, auch Team-Retros über ein paar Tage zu verteilen.

Retrospektive mit sich alleine: Das ist Selbstreflektion, oder?


  • Was ist im letzten Jahr so passiert?
  • Wo stand ich vor einem Jahr?
  • Wo wollte ich in dem Jahr hin?
  • In welche Richtung soll es im neuen Jahr gehen?

Eigentlich ist so eine Selbstreflektion gar kein Problem… Stimmt nicht ganz. Wenn ich das letzte Jahr komplett aus dem Gedächtnis erinnern soll, bin ich sehr schnell am Ende. Die Gegenwart ist wie eine Autofahrt auf einer Autobahn. Genau, wie einem die wenigsten konkreten Orte der Fahrt im bewußt werden, bleibt aber klar hängen, dass es am Kamener Kreuz vorbei ging.  Beim Rückblick in die Vergangenheit ist es so, dass einem zuerst meist nur Highlights wie der Urlaub schnell einfallen.

Fleissige Tagebuchschreiber sind hier die klaren Gewinner. Dazu fehlt mir die Disziplin. Um wieder eine Analogie zum Auto zu finden: Ich bin auch kein ordentlicher Fahrtenbuchschreiber.

Tatsächlich gibt es schöne andere Wege, Gedanken, Ereignisse, Ziele, Rückblicke usw. festzuhalten und zu entwickeln. Tatsächlich besteht die Möglichkeit die eine oder andere Erinnerung wieder aus dem  Unterbewusstsein hervorzulocken. Vera F. Birkenbihl würde das Recherche im „inneren Archiv“ nennen.

Kawa Kreativität

Ich werde in der nächsten Zeit hier einen Blick darauf werfen, wie und welche Denk- und Kreativitätstools ich nutze,  um meine Entwicklung und Gedanken zu reflektieren.

Kawas nach Vera F. Birkenbihl sind ein Denk- und Kreativitätstool (siehe Bild).

Es wird vielleicht auch einmal interssant sein, in Prosa festgehaltene Texte einmal mit Stichworten, Zeichnungen usw. zu vergleichen. Welche Darstellungs-Formen kommen dem Denken und welche kommen dem Kreativen näher?

Spielen wir eine Runde ¨Stille Post¨?


Als Kind hat mir ¨Stille Post¨ nicht gefallen. Es kann sein, dass tatsächlich damals schon der Nachrichtentechniker in mir gesteckt hat; Mit viel Mühe wird ein kurzer Satz von einen zum nächsten geflüstert. Am Ende wird aus ¨Ich habe rote Ohren¨ zum Schluss ¨Pilze verteilen Sporen¨. Ist soviel Missverständnis nicht grausam?

Tatsächlich treiben wir heute in unserem Alltag ganz ähnliche Spielchen. Wir könnten dass Spiel aber statt ¨Stille Post¨ noch passender ¨Stille EMail¨, ¨Stille Forumsdisskussion¨ oder ¨Stilles WhatsApp¨ nennen. Statt persönlich nachzufragen, wird eine eigene Version interpretiert. Leider meist folgenschwerer als beim Spiel von damals.

Auch was z.B. die Medien in einen Furz eines Prominenten hinein interpretieren können, ist interessant. Da gefällt mir das Spiel schon fast wieder.

Wie können wir aus dem Spiel von damals lernen? Vielleicht statt 5 mal leise zu flüstern lieber gleich laut sagen! Und dann so lange miteinander reden, bis alle zumindest über den gesprochenen Satz einig sind. Und dann vielleicht über die Missverständnisse lachen wie damals statt sich zu ärgern.

Meine Ohren sind jetzt wieder normal hautfarben 😉

Auf dem Weg zum Barcamp Ruhr #bcruhr8


Im Zug zum zweiten Tag vom Barcamp Ruhr. Schon etwas anstrengendeer als ein normales Wochenende mit ausschlafen und gemütlichem Früstück.

Aber bei jeder Session neues zu erfahren, sich austauschen und lernen… das belohnt das frühe Aufstehen natürlich.