Lean_DUS – Linda Rising im Februar in Düsseldorf

Ich kannte Lean_DUS schon. Ich habe auch erfahren, dass der Autor von Joy Inc. Richard Sheridan dort einen Vortrag gehalten hat. Leider zu spät. Richtig nachgeschaut habe ich trotzdem nicht. Jetzt habe ich endlich einmal die Homepage angesehen:

https://www.leandus.de

Das hat sich gelohnt. Einmal habe ich mich gleich für einen Vortrag von Linda Rising angemeldet, die am 11. Februar 2016 einen Vortrag in Düsseldorf hält. Linda Rising hat sehr beeindruckende Vorträge zum Thema „Agile Mindset“ gehalten (https://www.youtube.com/watch?v=W47rcJowx7k), wobei es weniger um Agilität in der Firma, als viel mehr um die eigene Einstellung zum Lernen, zu Neugierde und dem Mut etwas auszuprobieren, aber auch dem lernen voneinander.

Besonders spannend, wenn man die Vorträge nicht live in Düsseldorf erleben kann. Auf der Website Website von Lean_DUS gibt es Videos von den vergangenen Vorträgen.

Das ist wirklich eine gute Sache.

ABC-Listen

Um seine Gedankenwelt und seine Einstellungen zu begreifen, muss man sie in eine physikalische
Form außerhalb des Gehirns bringen. Verschriftlicht, gemalt, mit dem Diktiergerät aufgenommen, werden die Gedanken tatsächlich physisch ¨begreifbar¨.

Wer also strukturiert, systmatisch, vielleicht sogar kreativ denken möchte, macht nichts verkehrt, wenn er aufzeichnet. Mit den ABC-Listen nach Vera F. Birkenbihl stelle ich heute eine Schriftform vor.

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ABC-Liste zu diesem Beitrag als ein Beispiel

Ich fange mit dem Rezept an: Man nehme ein leeres Blatt Papier, und schreibe das Alphabet von A bis Z. Oben rechts das Datum und als Überschrift das Thema, über das man nachdenken, reflektieren möchte. Anders wie beim Stadt, Land, Fluss wo zu einem Buchstaben die Kategorien gefüllt werden, werden jetzt zu einem Thema Assoziationen mit den passenden Anfangsbuchstaben gesucht und in die Liste eingetragen. Beim Ausfüllen kann man die Einträge so vornehmen, wie sie einem einfallen.

Immer wenn man eine ABC-Liste zu einem Thema ausfüllt, macht man ein Inventur in seinem inneren Archiv. Es ist immer eine Momentaufnahme. Zum lernen ist es hilfreich, regelmäßig Listen zu einem Lernthema zu wiederholen. Durch das assoziieren werden Neuronenbahnen aufgebaut, nach und nach wird einen das Thema vertrauter und die Listen erhalten immer mehr Einträge.

Man kann in Listen mehrere Einträge mit gleichem Anfangsbuchstaben durch Komma getrennt aufnehmen.

ABC-Listen können auch dabei helfen, bei Vorträgen und in Meetings bei der Sache zu bleiben: Wenn man beim zuhören nach Stichworten mit den richtigen Anfangsbuchstaben lauscht, nimmt man den Vortragsinhalt mit auf. In Meetings kann das die ABC-Liste eine gute Abwechslung zum Bullshit-Bingo darstellen. 😉

Wissensinseln

Das Entwicklerteam hat es leicht. Egal wie man arbeitet, früher oder später bekommt jeder eine Vorstellung davon was die Teammitglieder können, welche Stärken und Schwächen es gibt.

Sogar in verteilten Entwicklerteams bekommen die Teammitglieder nach und nach einen Überblick über die Kollegen: Letzlich arbeitet man gemeinsam an einem Produkt oder Projekt und kennt das Gesamtziel.

Wie bekommt man aber bereichsübergreifend einen Überblick über seine Kollegen in der Abteilung? Und was ist, wenn die Abteilung aus Aussendienstlern und Projektmitarbeitern besteht, die mehr als die Hälfte der Arbeitszeit beim Kunden vor Ort sind?

Informationsaustausch zwischen den Mitarbeitern ist ist hier die große Aufgabe. Wissensmanagement.

Man kann sich die Wissensbereiche als Inseln vorstellen, auf denen die Mitarbeiter, mit entsprechendem Wissen aufhalten? Auf einem Blatt Papier kann man das leicht aufmalen. Aber wie sollen die verteilten Kollegen davon profitieren? Wie sollen Sie Ihren „Wohnbereich“ auf den Inseln auf dem Blatt Papier hinzufügen?

Wissensmanagement katalogisiert Wissensinseln, Projektinformationen, Produktinformationen, Mitarbeiterwissen. Aber es gibt keine Landkartendarstellung mit Informationen zu dem Wissen wieder. Die Information steckt in der Datenbank. Kann man hier vielleicht bessere Visualisierungen schaffen?

Selbstreflektion als Selbstretrospektive

Ich finde den Tweet nicht wieder… er ging ungefähr so:

Eine gut moderierte Retro ist ein guter Weg um auf das vergangene Jahr zurückzublicken.

Richtig!

Daher kommen die Überschriften von diesem und vom letzten Blogeintrag.

Aber so ganz einfach ist es nicht: Ich schaue meist um den Jahreswechsel herum schon auf mich selbst. Auf das ganz persönliche, das familiäre, das berufliche. Ich mache diesen Rückblick bewußt für mich allein. Jetzt wird es mit dem gut moderiert natürlich spannend. 😉

Eine Retro im Team dauert 3..4 Stunden. Das geht bei meiner „Selbstretro“ auch nicht. Mein Jahresrückblick entwickelt sich stufenweise in mehreren Tagen.

Außerdem nutze ich Fragetechnik, ABC-Listen und KaWas um nach und nach einen tiefergehenden Überblick zu erhalten.

Selbstreflektion oder Selbstretro ist also sicher vergleichbar mit Team-Retrospektiven. Es gibt aber Unterschiede. Andererseits kann man vielleicht aber auch für sich selbst Retroarten, z.B. „Start, Stop, Continue“, verwenden. Umgekehrt ist vielleicht manchmal sinnvoll, auch Team-Retros über ein paar Tage zu verteilen.

Retrospektive mit sich alleine: Das ist Selbstreflektion, oder?

  • Was ist im letzten Jahr so passiert?
  • Wo stand ich vor einem Jahr?
  • Wo wollte ich in dem Jahr hin?
  • In welche Richtung soll es im neuen Jahr gehen?

Eigentlich ist so eine Selbstreflektion gar kein Problem… Stimmt nicht ganz. Wenn ich das letzte Jahr komplett aus dem Gedächtnis erinnern soll, bin ich sehr schnell am Ende. Die Gegenwart ist wie eine Autofahrt auf einer Autobahn. Genau, wie einem die wenigsten konkreten Orte der Fahrt im bewußt werden, bleibt aber klar hängen, dass es am Kamener Kreuz vorbei ging.  Beim Rückblick in die Vergangenheit ist es so, dass einem zuerst meist nur Highlights wie der Urlaub schnell einfallen.

Fleissige Tagebuchschreiber sind hier die klaren Gewinner. Dazu fehlt mir die Disziplin. Um wieder eine Analogie zum Auto zu finden: Ich bin auch kein ordentlicher Fahrtenbuchschreiber.

Tatsächlich gibt es schöne andere Wege, Gedanken, Ereignisse, Ziele, Rückblicke usw. festzuhalten und zu entwickeln. Tatsächlich besteht die Möglichkeit die eine oder andere Erinnerung wieder aus dem  Unterbewusstsein hervorzulocken. Vera F. Birkenbihl würde das Recherche im „inneren Archiv“ nennen.

Kawa Kreativität

Ich werde in der nächsten Zeit hier einen Blick darauf werfen, wie und welche Denk- und Kreativitätstools ich nutze,  um meine Entwicklung und Gedanken zu reflektieren.

Kawas nach Vera F. Birkenbihl sind ein Denk- und Kreativitätstool (siehe Bild).

Es wird vielleicht auch einmal interssant sein, in Prosa festgehaltene Texte einmal mit Stichworten, Zeichnungen usw. zu vergleichen. Welche Darstellungs-Formen kommen dem Denken und welche kommen dem Kreativen näher?