Die 3 Säulen der Agilität – Teamarbeit, Lebenslanges Lernen und Bewegung

Die 3 Säulen der Agilität
Die 3 Säulen der Agilität

In der agilen Arbeitswelt achten wir heute in der Hauptsache auf die Arbeit im Team. Aus meiner Sicht sind KnowHow rund ums Lebenslange Lernen wenigstens genauso wichtig. Agilität im Team und im Geistigen sollte im Idealfall zusätzlich von physischer Bewegung begleitet werden. Sport, Hobbys, Reisen schaffen Ausgleich und unterstützen die beiden anderen Säulen der Agilität.

Die Frage, wie das Haus der Agilität für jeden einzelnen aussieht, kann ich nicht beantworten. Ich möchte aber in der nächsten Zeit vorstellen, aus welchen Bausteinen das Haus bei mir aufgebaut ist. Vielleicht mögt Ihr später euer Haus auf euren eigenen drei Säulen aufbauen?

Dank den Brüdern Neudeck, zwei echte Vorbilder

1962-1967 – Das Rote Album

Wenn ich heute Sehnsucht nach Heimat, Kindheit, Jugend und Heimeligkeit habe, reichen mir die ersten Mundharmonika-Töne von „Love Me Do“ um zurück ins „kleine Wohnzimmer“ zu reisen, über 30 Jahre zurück ins Elternhaus. „Please Please Me“ und ein paar Songs später irgendwann Paul mit „Yesterday“. Heute kann ich erkennen, wie wahnsinnig schnell die vier Beatles sich in ein paar Jahren menschlich und musikalisch entwickeln.

Damals hat uns der Musiklehrer auf der Hauptschule, heute die Joseph Hennewig Schule in Haltern am See, mit seiner Begeisterung für die 4 Pilzköpfe angesteckt. Er hat uns die Beatles-Musik näher gebracht. Die Machenschaften und Kunstgriffe der, in den 80ern sehr starken Musikindustrie, hat er uns anhand von Beispielen erklärt und in Videos jeden Patzer beim Voll-Playback und die fehlenden Verstärkeranschlüsse an Gitarren von hübschen Jünglingen wie Dieter Bohlen und Thomas Anders aufgedeckt. Da war nichts mehr echt. Und jetzt fordert der Dieter echten Gesang von jungen Talenten. Nena aus Hagen in Westfalen und Alphaville aus Münster in Westfalen fand der Lehrer toll.

Aber die erste Viertelstunde der Musik-Stunde hat Herr Neudeck meist Witze erzählt.

Konservative und doch junge, wilde Lehrer, die junge Menschen ins Leben geholfen haben

Herr Neudeck war in den 70er und 80er Jahren einer von einem Hauptschullehrer-Kollegium, welches enorm geprägt war von jungen bis mittelalten Lehrern, die eine Energie versprüht haben, die einen Jahrgang nach dem anderen erfolgreich ins Leben gegracht hat. Dieser Erfolg, den allermeisten einen guten Start ins Leben zu geben, hat damals den guten Ruf der Hauptschule(n) – es gab zwei – in Haltern am See aufgebaut.

Tatsächlich ist es so, dass diese guten 70er und 80er, vielleicht den Geist der Schule ausgebildet haben. Die Stadt Haltern hat aber das große Glück, dass die Lehrer, unter den heute wirklich schwierigeren Bedingungen für unsere Kinder, auch heute noch den Geist von damals im Blut haben und viele Kinder in eine berufliche Laufbahn schicken statt in die arbeitslose Hoffnungslosigkeit.

Ratering, Sellheyer, Harke, Höwedes, Mütze, Tönnes, Halfmann, Schwarkenberg, Otto, Steiner, Ostrovski, Thüner, das sind ein paar Lehrernamen, die mich geprägt haben. Rechnen, Lesen, Schreiben, Englisch, Werken und Kochen haben diese Lehrer mir beigebracht.

Aber das „Was“ waren praktische Grundlagen, das „Wie“ war der Schlüssel zum Erfolg. Die Lehrer waren ordendlich, manche hart aber dabei gerecht, manche lustig, manche Kumpel, manche distanziert. Ich habe eines empfunden: Sie waren ehrlich und echt. Die liebten Ihren Beruf und die Herausforderung, Schüler zu jungen Erwachsenen zu erziehen. Wenn die Lehrer so sind, kann man sich als Schüler darauf einlassen, auch so zu werden. Und dann beginnen Lehrer, Vorbilder zu werden und Vorbilder zu sein.

Dieses Lehrerkollegium bestand nicht aus Laberköppen – einige haben aber schon gerne erzählt 😉 – , sondern aus Machern. Macher sind diszipliniert und, ja, konservativ, oft sogar politisch. Und so haben diese konservativen Macher die Schwächeren, auch damals schon besonders die sozial Schwächeren, ins Leben, in den Beruf und die Selbstverwirklichung gebracht. Zutiefst soziale Arbeit, die wir linken Sozis oft lautstark fordern, von Konservativen gemacht. Am Ende hat wohl doch der Recht, bei dem am Ende am Meisten rauskommt. Ich habe deshalb einen großen Respekt vor den Lehrern von damals. Und heute verdienen die vielen ehrlichen, authentischen und echten Lehrer genauso viel Respekt.

In den 70ern und 80ern war die Hauptschule übrigens noch eine so breit besuchte Schule, dass damals noch oft aus Bauern- und Arbeiter-Kindern am Ende nicht nur Meister, sondern oft auch Ingenieure oder Doktoren werden konnten. Auch heute noch möglich, aber heute ist allein durch die gesunkenen Schülerzahlen der „Durchmarsch“ seltener.

Franz Martin, der Lehrer der Kindheit

Es war mir für die Lehrer und die Hauptschule wichtig, etwas vom Thema abzukommen. Nun aber zu den zwei Brüdern. Franz Martin Neudeck, Herr Neudeck, dass war der witzige Musik-Lehrer, der eine sehr klare Sichtweise zu Musik erklärt hat. Die Musik, die er gut findet, und die, die er schlecht findet. Ich brauchte Jahrzehnte, die von ihm fachmännisch zerissenen ZDF-Hitparaden-Schlager wie „Ein Bett im Kornfeld“ im richtigen Moment, auf dem Höhepunkt einer Party, als gut gemachten Quatsch zu akzeptieren und mitzusingen, wenn der DJ eben statt „Smoke on the Water“ doch Jürgen Drews auflegt.

Ein aufrechter, ehrlicher Lehrer. Für einen damals eher links denkenden Jungen, waren die Ansichten des, zwar lustigen, aber doch christlich, konservativen, bodenständigen Westfalen (inklusive Dickschädel) nicht leicht oder gar nicht zu verstehen. Obwohl meine Eltern Vertriebene aus dem Osten sind, ist mir in der Halterner Seeluft doch ein westfälischer Dickschädel gewachsen: Der braucht im Endstadium bis zu 30 Jahre um, eigentlich eindeutige Wahrheiten, die dem Dickschädel nicht passen, anzuerkennen.

Kurzum, der Herr Neudeck ist mein Lehrmeister und Vorbild für die frühen Jahre gewesen. Das ist der Mann in seinem gesamten Berufsleben für viele, viele Schüler gewesen. Und auch als westfälischer Karnevalist hat der Mann die Menschen humorvoll belehrt. Was aber – und jetzt kann ich eine, meiner Meinung nach unumstößliche schmerzliche Wahrheit nicht auslassen – die bekloppten Rheinländer am Ende doch besser können (stimmt nicht ganz, weil z.B. Bernd Stelter aus Unna kommt).
Aber letztlich kann man auch eine gewisse Steifheit im westfälischen Humor gegenüber dem schlüpfrigen, schnodderigen, rheinischen, schätzen und lieben lernen.

Franz Martin Neudeck ist mir ein Vorbild und ein hoch anständiger, großer, Mann.

Rupert, das Vorbild für den Erwachsenen

Rupert ist in der Öffentlichkeit erst einmal kein humorvoller Witzbold. Die ersten 20..25 unbekümmerten Jugendjahre sieht man also zwar seine Taten und Aktivitäten bewundernd.  Aber Vorbild? Das war mir in dem Alter nicht sofort einleuchtend. Das unterscheidet wohl meine Generation, die zur Wendezeit erwachsen gewordenen ist, übrigens von den 68er und 70ern: Leben, Party (mit weniger Drogen als in den 70ern), Lieben (mit Kondom) und Konsum waren uns wichtiger als das dröge diskutieren, nachdenken und kritisieren.
Wenn ich heute eine 70er Talkshow sehe… Rauchschwaden… Biergläser… Pfeifenraucher im Anzug… Langhaariger Zottel mit Schlag-Jeans… Thema „Hilft der Minirock Frauen bei ihrem Wunsch nach Selbstverwirklichung oder macht der entstehende Durchzug die deutsche Frau unfruchtbar?“… zweieinhalb Stunden Sendung um nachher zu erkennen, dass es wirklich Vertreter beider Standpunkte bei den Talkshowgästen und im befragten Publikum gibt. Wir Wendezeitler hätten die Zeit sinnvoll genutzt, 4 mal „Ein Bett im Kornfeld“, 3 mal „Zehn nakte Frisösen“, 6 mal „Anton aus Tirol“ und 4mal „Schatzi, schenk mir ein Foto“, viel Bier, ein paar Kurze. Super! (Ich stelle mir die Frage wer bekloppter war oder ist: Wir Wendezeitler oder Rainer Werner Fassbinder oder Klaus Kinski? Wenn man Kinski besoffen genug gemacht hätte, hätte er „Zehn Nakte Frisösen“ mitgegröhlt? Würde Kinski in einer heutigen Talkshow dem Wendler mit dem Messer an die Gurgel gehen?)

Ich hoffe sehr, dass meine Abschweifungen wenigstens so interessant sind, dass der Leser nicht allzu empört wahrnimmt, dass die die beiden Hauptfiguren viel zu wenig in dem Blog-Eintrag würdige.

Kurz und Knapp: Rupert Neudeck hat unzählige Leben gerettet, zeigt uns Wohnzimmerbewohnern, was in der grausamen Welt draußen passiert und welche himmelschreienden Ungerechtigkeiten vor sich gehen. Er schafft Projekte, bei denen wir mit kleinen Überweisungen per Online-Banking, helfen können, in den Notlagengegenden der Welt dann doch helfende, große Taten zu bewerkstelligen. Kleine Überweisung, große helfende Wirkung… das ist eine bessere Hebelwirkung als die von Aktienoptionen!

Ich laber nicht mehr viel. Rupert Neudeck muss uns ein Vorbild sein und Lehrmeister. Hier eine Lehrstunde: Rupert Neudeck im ZDF bei Precht, „Welt in Bewegung – Die Flüchtlinge und wir“

Rupert Neudeck ist mir ein Vorbild und ein hoch anständiger, großer, Mann. 

Wenn ich den Rest der Neudeck-Geschwister aus Hagen auch noch kennen würde, müsste ich bestimmt noch zig Zeilen tippen 😉

 

Große, teure Features einschätzen und seinlassen ODER kleine, günstige, Versuche und machen

Schätzt bitte, was dieses Feature kostet?

Am Nachmittag darf ich an einem Meeting teilnehmen. Die Produktmanager und das ideale Scrumteam treffen sich zu einer ersten Einschätzung für ein Feature. Weil ein Kollege und ich Dienstleistungen rund um ähnliche Programmfeatures anbieten, dürfen wir teilnehmen.

Die Produktmanager meinen, dass das Feature doch gar nicht so kompliziert sei. Auf einige goldene Henkel und Schnörkel kann ja sogar verzichtet werden.

Das Scrumteam macht klar, dass auch ein einfaches Feature durch automatisierte Tests dauerhaft qualitätsgesichert sein muss. Generell ist die Umsetzung aber machbar.

Diese und viele andere Argumente werden ausgetauscht. Richtiges, uneingeschränktes, Vertrauen in die beiderseitigen Argumente spüre ich nicht.

Das Team schätzt: Es dauert nur 2 bis 3 Sprints, bis das Feature in der Minimallösung umgesetzt ist… leider schon zu teuer. Und im Backlog des Scrumteams schafft es das Feature dann doch sicher nicht so weit nach oben. Verschenkte Zeit.

Dieses Meeting hat das beiderseitige Vertrauen und den Respekt meiner Meinung nach nicht gestärkt. Ich gehe enttäuscht mit meinem Kollegen aus dem Meeting zurück zu meinen Dienstleistungen. Heute ist früh Feierabend…

Linda Rising schlägt vor: Schnelle, kleine, günstige Versuche machen

In den Zug nach Düsseldorf. LEAN_DUS mit Vortrag von Linda Rising. Gastgeber für die Veranstaltung ist sipgate . Wie immer dort, macht sich die firmeneigene Küche sehr viel Mühe, die Veranstaltungsteilnehmer mit kleinen, leckeren Happen zu verwöhnen. Kleine, leckere Happen zum Probieren… das passt schon zum Vortragsthema.

Nachdem 5 sipgate-Mitarbeiter gemeinsam 10 Experimente vorstellen, die es vom Versuch in den Firmenalltag geschafft haben (z.B. Retrospektiven, Pairing, Peer-Feedback, OPEN-Friday, Link zum Vortrag folgt, wenn er zur Verfügung steht) beginnt diese bemerkenswerte, ältere Dame aus den Staaten mit dem Vortrag. Wie in den hervorragenden Videos im Netz.

Linda Rising erklärt, dass es eigentlich keine Experimente sind, die wir bei der Softwareentwicklung machen (experiments), sondern Versuche (trials or tinker). Wissenschaftliche Experimente würden Probe, Gegenprobe, viele Wiederholungen, viel Dokumentation und Aufzeichnung und das saubere erheben von Daten bedeuten. Dafür ist in unserem Geschäft tatsächlich aber kein Geld da. Stattdessen probieren wir etwas aus: „Lass uns ausprobieren, ob wir mit Pairprogramming weiterkommen?“ Wenn der Versuch erfolgreich ist, macht man weiter und versucht weitere kleine Schritte. Wenn nicht, läßt man es sein.

Es ist viel mehr, als der letzte zusammenfassende Abschnitt: Linda nimmt mich eine Stunde lang mit, erzählt Geschichten, macht Witze, erklärt Denkfehler, gibt Buchtipps. Weil Sie so gut ist im Vortrag, fällt es mir nicht schwer, dem englischen Vortrag zu folgen (Sobald der Vortrag im Internet zur Verfügung steht, verlinke ich hier)

Fazit des Vortrages ist folgendes Vorgehensmuster (Linda ist Profi für Patterns): Kleine, schnelle, und günstige Versuche. Wenn es funktioniert: gut. Wenn es scheitert: egal.

Wenn wir in unseren Sprint-Planungen so kleine Versuche ausprobieren, dass wir nach jedem Sprint Erfolg oder Misserfolg erkennen können, arbeiten wir genau nach diesem Muster.

Kleine, schnelle und günstige Versuche machen und iterativ in die richtige Richtung fortbewegen ist besser als große, teure Features einschätzen und dann sein lassen.

Vielleicht kann ich das Pattern von Linda, schnelle, kleine, günstige Iterationen – das einfache, aber grundlegende Prinzip von agiler Softwareentwicklung – wieder zurück in die Gedanken der Kollegen bringen.

Danke, Linda! Danke, sipgate! Danke LEAN_DUS!

Wenn einen die technischen Schulden übermannen…

Die ungeliebten Außenseiter…

Als KnowHow-Träger zu einem Legacy-System der Firma fühlt man sich nicht sehr gemocht in der agilen Firmen-Umwelt. Die Gedanken über die ganzen technischen Schulden belasten einen selbst.

Als Wissensträger steht man schnell als Besserwisser da. Richtig „Käse“ ist es dann noch, dass man an dieser Rolle nicht viel ändern kann, weil der Newbie, der Controller, der Chef, der externe Experte usw. tatsächlich zum Altsystem so wenig Tatsachen wissen, dass man, selbst wenn man nicht der beste Wissensträger zum Altsystem ist, etwas mehr weiß. Man weiß es wirklich besser.

… und die Retter

Jetzt könnten die anderen das mit Respekt behandeln. Aber hier ist der Knackpunkt bei Kollegen wie Chef-Architekten und externen Experten: Wir kommen raus aus den technischen Schulden, indem ihr unsere Ideen umsetzt. Das der Weg von den technischen Schulden wegen guter Stundensätze in die finanziellen Schulden geht wird nicht gesagt, folgt aber aus den Vertragsdaten.

Das Altsystem hat die gleichen Probleme wie seine „Pfleger“

Und das Legacy-System sorgt eigentlich für eine Mischkalkulation. Das Legacy-System ist so alt geworden, weil es seine Geburt überstanden hat. Das ist auch eine Art Demographie-Problem. Viele Softwarprojekte sterben, bevor Sie ins Arbeitsleben eintreten. Sogar die Kinder vom Legacy-System – von „Papa“ Chef-Architekt und „Erzieher“ externer Experte sind oft verwöhnte Blagen.

Und jetzt ist da dieses alte Legacy-System. Die viel versprechenden Kinder, die von guten Freunden des alten Systems groß gezogen werden, werden wie Stiefkinder behandelt, sogar oft verstoßen. Die Ähnlichkeit zum Alten wahrscheinlich…

Also muss das alte Legacy-System weiter arbeiten, obwohl „die 40 voll und das 63ste“ erreicht ist. Das Arbeiten fällt schwer, aber es reicht um mehr Lohn reinzuholen als die technischen Schulden ausmachen und die verwöhnten Blagen beanspruchen… noch!

Machst Du noch weiter? Der Alte sagt: „Die Knochen tun weh, die Arbeit wird nicht leichter. Aber wie sollen wir über die Runden kommen, wenn ich jetzt in Rente gehe.“

Selbstreflektion als Selbstretrospektive

Ich finde den Tweet nicht wieder… er ging ungefähr so:

Eine gut moderierte Retro ist ein guter Weg um auf das vergangene Jahr zurückzublicken.

Richtig!

Daher kommen die Überschriften von diesem und vom letzten Blogeintrag.

Aber so ganz einfach ist es nicht: Ich schaue meist um den Jahreswechsel herum schon auf mich selbst. Auf das ganz persönliche, das familiäre, das berufliche. Ich mache diesen Rückblick bewußt für mich allein. Jetzt wird es mit dem gut moderiert natürlich spannend. 😉

Eine Retro im Team dauert 3..4 Stunden. Das geht bei meiner „Selbstretro“ auch nicht. Mein Jahresrückblick entwickelt sich stufenweise in mehreren Tagen.

Außerdem nutze ich Fragetechnik, ABC-Listen und KaWas um nach und nach einen tiefergehenden Überblick zu erhalten.

Selbstreflektion oder Selbstretro ist also sicher vergleichbar mit Team-Retrospektiven. Es gibt aber Unterschiede. Andererseits kann man vielleicht aber auch für sich selbst Retroarten, z.B. „Start, Stop, Continue“, verwenden. Umgekehrt ist vielleicht manchmal sinnvoll, auch Team-Retros über ein paar Tage zu verteilen.

Retrospektive mit sich alleine: Das ist Selbstreflektion, oder?

  • Was ist im letzten Jahr so passiert?
  • Wo stand ich vor einem Jahr?
  • Wo wollte ich in dem Jahr hin?
  • In welche Richtung soll es im neuen Jahr gehen?

Eigentlich ist so eine Selbstreflektion gar kein Problem… Stimmt nicht ganz. Wenn ich das letzte Jahr komplett aus dem Gedächtnis erinnern soll, bin ich sehr schnell am Ende. Die Gegenwart ist wie eine Autofahrt auf einer Autobahn. Genau, wie einem die wenigsten konkreten Orte der Fahrt im bewußt werden, bleibt aber klar hängen, dass es am Kamener Kreuz vorbei ging.  Beim Rückblick in die Vergangenheit ist es so, dass einem zuerst meist nur Highlights wie der Urlaub schnell einfallen.

Fleissige Tagebuchschreiber sind hier die klaren Gewinner. Dazu fehlt mir die Disziplin. Um wieder eine Analogie zum Auto zu finden: Ich bin auch kein ordentlicher Fahrtenbuchschreiber.

Tatsächlich gibt es schöne andere Wege, Gedanken, Ereignisse, Ziele, Rückblicke usw. festzuhalten und zu entwickeln. Tatsächlich besteht die Möglichkeit die eine oder andere Erinnerung wieder aus dem  Unterbewusstsein hervorzulocken. Vera F. Birkenbihl würde das Recherche im „inneren Archiv“ nennen.

Kawa Kreativität

Ich werde in der nächsten Zeit hier einen Blick darauf werfen, wie und welche Denk- und Kreativitätstools ich nutze,  um meine Entwicklung und Gedanken zu reflektieren.

Kawas nach Vera F. Birkenbihl sind ein Denk- und Kreativitätstool (siehe Bild).

Es wird vielleicht auch einmal interssant sein, in Prosa festgehaltene Texte einmal mit Stichworten, Zeichnungen usw. zu vergleichen. Welche Darstellungs-Formen kommen dem Denken und welche kommen dem Kreativen näher?